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Tief im Moor, versteckt vor den neugierigen Blicken irgendwelcher Nachbarn oder Kinder, steht ein kleines Haus. Niemand kann sich daran erinnern, wer dieses Haus einmal gebaut hatte und noch weniger erinnern sich daran, dass es überhaupt noch existiert. Ich bin einer der Letzten, der dieses Haus kennt. Denn ich bin einer der Letzten, der darin geboren wurde.

Mein Elternhaus liegt tief im moorigen Wald, versteckt vor den neugierigen Blicken der Welt. Ich lebte dort gemeinsam mit zwei Schwestern und einem Bruder, meiner Mutter und meinem Vater. Die Eltern gingen nicht arbeiten. Die Kinder gingen nicht zur Schule. Unsere Eltern hielten nichts vom gesellschaftlichen Leben, so schotteten wir uns in den Tiefen des Moores von der restlichen Zivilisation ab.

Heute ist das anders. Heute lebe ich in Mitten einer großen Stadt. Der Stadtdschungel unterscheidet sich nicht viel vom triefenden Moor. Vor allem das Nachtleben zwischen den geisterhaften Silhouetten einsamer Häuser ist der unheimlichen Nacht zwischen den aufsteigenden Schwaden des Moors sehr ähnlich. Ich fühle mich wohl hier. Ich habe ein neues Leben gefunden. Ich gehe Arbeiten. Ich wandle nachts durch die dunklen Gassen der Stadt. Ich liebe. Nur der Geruch der Kaffeebohnen, die ich jeden Morgen frisch mahle, erinnert mich an ein Leben, dass so unglaublich lang her zu sein scheint.

Dennoch zieht es mich einmal in der Woche in meine Heimat zurück. Dann fahre ich mit dem Auto aus der großen Stadt hinaus in den tiefen Wald. Einige Kilometer von Zuhause entfernt, lasse ich den Wagen auf einem unbefestigten Weg ausrollen. Das Radio dudelt noch leis vor sich hin und ich atme mehrmals tief ein. Jedes Mal atme ich fünfmal durch die Nase ein, um den Geruch der Heimat wieder in mich aufzunehmen. Ich lege meine Stirn gegen die kalte Fensterscheibe der Fahrertür und lasse meinen Blick durch den dichten Wald schweifen. Zuhause.

Ein dumpfes Klopfen hallt durch den Wald und wird von den Bäumen zum Auto zurückgeworfen. Manchmal reicht die Dosis nicht und sie wachen wieder auf… Leise steige ich aus dem Wagen aus und öffne den Kofferraum. Ich ziehe meine Freundin an einem Arm aus dem Kofferraum und stelle sie auf ihre wackligen Beine. Sie sieht mich mit aufgerissenen Augen an und nuschelt irgendwas in den Schal, den ich ihr um den Mund gewickelt habe.

„Ich liebe dich auch Schatz“, antworte ich ihr und gebe ihr einen Kuss auf die schweißnasse Stirn. Sie wollte unbedingt mal mein Zuhause sehen. Sie wollte gern meine Eltern kennen lernen. Und da ich einmal in der Woche nach Hause fahre, wollte sie unbedingt, dass ich sie einmal mitnehme.

Ich drücke ihr ein kleines Tuch auf die Nase und warte, bis sie mir in die Arme fällt. Dann schließe ich den Kofferraum, verriegele das Auto und werfe mir meine Freundin über die Schulter.

Wenn man nicht weiß, wo man langlaufen kann, versinkt man schnell im feuchten Moorboden. Doch das hier ist mein Zuhause, also ist es für mich kein Problem, zu unserem kleinen Haus zu kommen. Es sieht noch genauso aus, wie vor einer Woche. Auf der kleinen Holzveranda wiegt sich ein alter Schaukelstuhl im Wind. Die Fensterläden, von denen die Farbe fast gänzlich abgeblättert ist, quietschen leicht und der Riss, der sich vom Moorboden über die vergilbte Hauswand hin zum schiefen Dach, mit den moosbewachsenen Schindeln, zieht, scheint noch nicht weiter gewandert zu sein.

Ich betrete die Veranda und der Boden begrüßt mich mit einem leichten Ächzen, als ich mein Gewicht auf die Holzdielen verlagere.

„Guten Morgen Papa“, sage ich und gehe an dem leicht wippenden Schaukelstuhl vorbei. Auch drinnen hat sich nichts verändert. Der Staub liegt wie eh und je auf der Kommode und den Familienbildern, sowie auf dem Sofa und dem kleinen Beistelltisch in der Mitte des Raumes. Ich lasse den Staub absichtlich liegen. Er konserviert mein Zuhause.

Vorsichtig lege ich meine schlafende Freundin auf das Sofa und mache mir an der kleinen Küchenzeile, an der hinteren Wand des Raumes, einen Kaffee. Nachdem ich ihn getrunken habe, schaffe ich meinen Schatz in die obere Etage. Dort sind zwei Räume, einer links und einer rechts. Ich bringe sie in den linken Raum, das war mein Zimmer, als ich noch hier gewohnt habe. Dort lege ich sie vorsichtig auf mein altes Bett. Am Kopf- und am Fußende sind jeweils ein paar lederne Fesseln angebracht. Ich fixiere ihre Arme über ihrem Kopf und ihre Knöchel am unteren Ende des Bettes. Dann setze ich mich zu meiner Mutter, die im Bett meines Bruders liegt. Ihre Haare fallen ihr in dünnen Strähnen ins pergamentartige Gesicht. Und wir warten.

Als meine Freundin langsam wieder zu sich kommt, fängt sie an zu stöhnen und an ihren Fesseln zu zerren. Schwer atmend schaut sie zu mir rüber. Ich lächle.

„Schatz, das ist meine Mutter“, sage ich und deute auf die Gestalt, die neben mir in dem Bett liegt. Ich streichle ihr leicht über den Kopf und hauche ihr einen Kuss auf die blasse Stirn.

Dann stehe ich auf und setze mich rittlings auf meine Freundin. Sie windet sich hin und her und presst dabei ihr Becken an meins. Mit weit aufgerissenen Augen schweift ihr Blick hektisch durch mein Zimmer. Sie scheint gar nicht zu wissen, wo sie zuerst hinschauen soll. Ich lächle und kratze mich mit dem Messergriff in meiner linken Hand verlegen am Kopf.

„Ich weiß, es ist etwas durcheinander“, sage ich entschuldigend und deute auf das Chaos, im Zimmer. Zwar sind die Gardinen halb zugezogen, jedoch ist der Lichtschein noch stark genug, um die Umrisse der verstaubten Bücherregale und die Spielsachen auf dem Boden zu sehen. Ich liebe Bücher, das habe ich schon immer. Wann immer ich als Kind die Möglichkeit hatte, ein Buch zu bekommen, tat ich alles nötige dafür. Die Spielsachen auf dem Boden gehörten meinem kleinen Bruder. Er war fast zehn Jahre jünger als ich gewesen und liebte es, mit den Bausteinen und den Puppen unserer Schwestern zu spielen.

Schwer atmend starrt meine Freundin auf meine Mutter. Weiß sie nicht, dass es unhöflich ist, jemanden so anzustarren?

„Du meintest doch, dass du meine Eltern gerne einmal kennenlernen wolltest. Und dass du unser Haus gern sehen wolltest.“, ich mache eine ausladende Geste, „Hier sind wir. Das ist mein Zuhause. Und das ist meine Mutter.“ Wieder deutete ich auf die Gestalt in dem anderen Bett.

Mit einer seltsamen Mischung aus Angst und Schock huschen ihre Augen zwischen meiner Mutter und mir hin und her. Plötzlich muss ich kichern. Sie sieht irgendwie süß aus, wenn sie so verloren ist.

Ich packe ihr Shirt und ziehe es straff, dann fange ich an, es mit dem Messer einzuritzen. Ihr Brustkorb hebt und senkt sich unter hektischen Atemzügen. Ist sie so erregt? Ich weiß, dass sie auf Fesselspielchen steht, aber, dass es so extrem ist, hatte ich nicht geahnt.

Nachdem ich ihr Shirt zerschnitten habe, schiebe ich die Klinge mit der Schneide nach oben zwischen ihren Brustkorb und den BH. Sie fängt an den Kopf zu schütteln und irgendetwas unverständliches in den Schal zu brabbeln. Die Berührung der kalten Schneide lässt sie eine Gänsehaut kriegen. Mit einem Ruck zerschneide ich den BH und lege ihre hübschen Brüste frei.

Wieder schaut sie panisch zwischen mir und meiner Mutter hin und her. Nein, Mutter kann hier nicht mitmachen. Ich kann ja viele Schweinereien nachvollziehen, aber Inzest mochte ich schon als Kind nicht.

Ich reiße ihre Hose ein Stück von ihrer Hüfte herunter und schiebe meine linke Hand unter ihren Slip. Sie zittert und presst ihre Schenkel zusammen. Tränen fließen aus ihren Augen und sie wimmert leise. Gott, sie ist gut! Ich beuge mich zu ihr runter und gebe ihr einen Kuss auf die Wange.

„Keine Sorge“, flüstere ich in ihr Ohr, „Ich weiß, dass meine Mutter tot ist und nur ihre Leiche dort in diesem Bett sitzt. Ich bin ja schließlich nicht verrückt!“

Ich kichere leis und beiße ihr in den Hals, während meine linke Hand etwas fester zupackt.

„Und schließlich habe ich sie selbst getötet“, füge ich hinzu und falle über meine Freundin her.

Nachdem wir uns nun geliebt und ich noch ein wenig mit ihr gekuschelt habe, drückte ich ihr erneut den Chloroform getränkten Lappen auf die Nase und warte, bis sie aufhört zu zucken. Sie sieht so schön aus, wenn sie so schläft. Genauso schön wie meine Mutter und meine Schwestern, wenn sie schliefen. Ich möchte diese Schönheit konservieren. Ich möchte sie für immer behalten. Ich möchte diese Schönheit für immer hier behalten.

Ich setze das Messer an ihrer Brust an und drücke die glatte Schneide langsam gegen ihre zarte Haut. Ihr Brustkorb bebt noch leicht unter ihren Atemzügen, als ihre Haut aufbricht und ihr Blut hervor zu sickern beginnt. Es schimmert rubinrot im staubigen Schein der untergehenden Sonne.

Vorsichtig trage ich meine Liebste wieder nach draußen und lege sie in das Moor hinter dem Haus. Dann gehe ich nach oben, stelle das Glas mit ihrem Herzen zu den anderen in das Regal im Wohnzimmer und atme noch einmal den staubigen Duft meiner Heimat ein. Ich gehe nach oben und gebe meiner Mutter zum Abschied noch einen Kuss auf die zarte Stirn. Als ich auf die Veranda trete, verabschiede ich mich auch von meinem Vater.

Dann gehe ich noch einmal ums Haus und hocke mich an den Rand des Moors. Der Körper meiner Freundin ist bis auf den Kopf bereits fast vollständig im Moor verschwunden. Ich streiche ihr die feuchten Haare aus der Stirn.

„Du wolltest meine Familie kennenlernen. Meine Eltern kennst du bereits und meine Geschwister wirst du bald kennenlernen“, flüstere ich ihr zu und streiche liebevoll über ihre Wange.

„Es ist ein Geheimnis, verstehst du? Es ist ein Familiengeheimnis… sozusagen… und jetzt gehörst du zur Familie“, sage ich und schaue zu, wie auch ihr Kopf im Moor untergeht. Ich bleibe noch einen Moment dort hocken und beobachte die kleinen Blasen im Schlamm. Dann ist meine Freundin bei meinen Geschwistern angekommen. Versunken mit den anderen Leichen im Moor.

Da ist ein Haus in Neuruppin, das Haus ist ziemlich alt. Da fahr ich jeden Sonntag hin und mach ne Alte kalt…

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