Deutsches Creepypasta Wiki
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"Hallo." 

Das war das erste Wort, das über ihre Lippen kam. Mein Gefühl sagte mir, dass es auch das Einzige sein würde.

Als sie den Stuhl vorsichtig heruntergeholt, und sich mit einer bewundernswerten Lässigkeit darauf gesetzt hatte, schaute ich sie an. Seltsam, dass sie den Blick nicht erwiderte. Sie sprach selten, fast gar nicht. Sie schien sich nur auf den Unterricht zu konzentrieren. Obwohl ich das glatte Gegenteil war, mochte ich sie. Warum? Wusste ich nicht.

Sie schien kaum Gefühle zu haben. Sie lachte nie über die Witze meiner Mitschüler und sie weinte auch nicht, wenn sie sich verletzt hat. Manchen machte sie große Angst, da sie anders war.

Ich lächelte sie immer an. Ich kann mich nicht erinnern, dass sie das Lächeln mal erwidert hat. Doch irgendwie... irgendwie hatte ich das Gefühl, dass sie zurück lächelte.

Als sie uns eines Tages, ein Tag, den ich nie vergessen werde, das Buch: "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes" vorgestellt hat, und sie gerade aus dem Kapitel: "Das Haus Malfoy" vorlas, passierte etwas Seltsames. Sie las gerade wie Dobby der Hauself im Sterben lag, als eine Gestalt aus der Tafel hervorkam. Es sah genauso aus wie sie, bloß war sie schöner und hatte keine Pupillen. Langsam sagte sie: "So, wie abgemacht gibst du mir jetzt meinen Körper wieder."

Alle in der Klasse schienen bleich zu sein und die Lehrerin bewegte sich vor Angst nicht einmal. "Du hast mir versprochen, dass ich noch einmal das Buch, das mich vor dem Selbstmord bewahrt hat, lesen darf." sagte das Mädchen, das neben mir sitzt. Mit einer Eile las sie die letze Zeile vor: "Gesprenkelt mit dem Sternenlicht, das sie nicht sehen konnten."

Ein grüner Lichtstrahl, ein Knall, sie fiel zu Boden. 

Ihr Augen waren gesprenkelt, mit dem Sternenlicht, das ich nicht sehen konnte. So wie sie es uns gerade vorgelesen hatte.

Im Internet habe ich später erfahren, dass die Harry Potter-Reihe viele Kinder und auch Erwachsene vor dem Selbstmord bewahrt hat. Da sie vielen dieser Menschen neuen Mut machte. Ihnen wurde klar, dass es nicht wichtig ist, wer sie sind. Wenn sie sich kennen, und wissen, wer sie nun wirklich seien, zählt nur eines: Wer sie sein wollen. Denn das macht einen Menschen aus.

Auch fand ich einen Zeitungsauschnitt: 

Mädchen vom Bus überfahren.

Ein Bild war dabei. Es war das Mädchen, das neben mir sitzt.

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