Deutsches Creepypasta Wiki
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Die Nacht war lang. Ich saß die ganze Zeit vor ihrem Haus. Mein Puls war konstant hoch. Es wird mein erstes Mal aus freien Stücken sein. Mein erster Versuch, ein zufälliges Opfer. Das erste Mal, dass ich meinem Drang nachgebe, der mich schon so lange heimsucht. Sie ging ein und aus. Von meinem Platz aus sah ich ihr Wohnzimmer. Ich konnte nicht viel erkennen, außer, dass sie sich immer mal ans Fenster setzte, abwesend irgendwo hin starrte und anfing zu weinen.

Freude überkam mich und ich musste grinsen.

Es würde ein leichtes Spiel für mich werden. Ich hatte genügend Informationen. Ihr Mann ist tot. Die Kinder sind bei Ihren Großeltern. Niemand würde sie so schnell vermissen. Ich stieg aus meinem Wagen, zündete mir eine Zigarette an, ging zu meinem Kofferraum. Ich entnahm diesem meine Handschuhe, mein Lieblingsspielzeug und steckte sie in meine Jackentasche.

Ich rauchte zu Ende und setzte mich langsam in Bewegung.

Ich wurde freundlich von ihr begrüßt. Sie war eine wunderschöne 25 jährige, schlanke, blonde Frau mit kristallblauen Augen. Sie bat mich herein. Wir gingen in die Wohnstube und ich fragte, ob sie mir vielleicht einen Kaffee machen könne, da ich noch sehr müde sei. Sie nickte freundlich und ging in die Küche. Währenddessen legte ich meine Jacke über die Couchlehne.

Ich schaute mir das Wohnzimmer an. Das Licht schien so herein, sodass alles gut ausgeleuchtet war. Das Zimmer wirkte einladend. Es war recht schön eingerichtet. Ich saß auf einer weißen Ledercouch und vor mir war ein kleiner Tisch mit einer Duftkerze darauf. Ich beugte mich vor und versuchte zu erkennen, was für einen Duft sie verströme. Es wirkte entspannend und löste eine innere Wärme in mir aus.

Ich tippe auf Anis.

Ich schaue mich weiter um und entdeckte links hinter mir, in einer Ecke, unter einen Fenster, einen Flügel. Ich stand auf und ging zu ihm. Er war unbeschreiblich schön. Es war ein Steinway & Sons Flügel, Modell A-188. Ich fuhr mit meiner Hand über das edle Holz und mich überkam ein Gefühl der Glückseligkeit.

Sie kam aus der Küche und hielt meinen Kaffee in der Hand.

„Der Flügel gehörte meinem Mann. Er hat früher immer darauf gespielt. Besonders dann, wenn ich traurig war.“

„Zu spielen ist eine wunderschöne Sache. Ich habe es meiner Tochter auch gelernt, sie hat bald ihr erstes Konzert im Theater. Ich hoffe, dass sie mich irgendwann überflügeln wird.“

Sie stellte den Kaffee auf den Tisch und setzte sich auf die Couch.

Neben dem Flügel war ein Regal mit Fotos von ihr, ihrem Mann und ihren beiden Kindern.

„Das mit Ihrem Mann tut mir Leid.“

Ich begutachtete die Fotos eine Weile und wandte mich dann zu ihr.

Sie schaute in die Kaffeetasse und wirkte betrübt.

„Und Sie haben mit ihm zusammengearbeitet?“

„Ja, wir waren im gleichen Team. Eigentlich hätte ich an dem Tag mit ihm da unten sein sollen, als der Schacht in sich zusammen fiel. Ich hatte aber das Glück, dass ich an dem Tag krank war.‘‘

Sie fing an zu weinen.

„Bevor ich Ihnen mitteile, worum mich Ihr Mann bat, hätten Sie etwas dagegen, wenn ich ein kleines Stück spiele? Vielleicht kann ich Sie damit ein wenig aufmuntern.“

Sie willigte ein. Ich ging zu meiner Jacke, holte meine Handschuhe heraus und zog sie mir über. Ich setzte mich an den Flügel und schloss die Augen. Ich holte tief Luft und nahm den unbeschreiblichen Duft des Flügels in mich auf.

„Ich verspreche Ihnen, dass Sie nie wieder traurig sein werden.“ Ich begann zu Spielen.

-Eine Woche später-

Als wir auf den Weg zum Tatort waren, wetteten meine Kollegen darauf, welche Haarfarbe sie wohl haben würde.

Als wir dort ankamen war alles schon abgesperrt. Natürlich zog das viele Schaulustige an, die auf Abstand gehalten werden mussten. Uns wurde die Tür geöffnet und wir wurden begrüßt:

„Schönen guten Tag, Hauptkommissar Wasser und Kommissar Bär“, begrüßte uns ein Streifenpolizist. Wir erwiderten dies und betraten das Haus.

„Schönes Haus, muss ich zugeben“, meinte Gordon.

Gordon Bär. Mein Kollege. Er ist ein 1.90m großer Mann, breit gebaut und ähnelt wirklich ein wenig einem Bär. Er ist zudem mein bester Freund. Wir sind zusammen auf die Polizeischule gegangen, hatten unsere ersten gemeinsamen Fälle, sowohl auch unser erstes Opfer, während einer Operation. Am Ende haben wir uns für die Kriminalpolizei entschieden. Er war sogar der, der mich für die Stelle des Ersten Kriminalhauptkommissars vorgeschlagen hatte, obwohl er eigentlich der Geeignetere dafür gewesen wäre. Er meinte aber immer, dass ihm das zu stressig sei und er sich niemand Besseren als mich vorstellen könnte.

„Hey Eddi.‘‘ Gordon stupste mich an und riss mich aus meinen Gedanken.

Ein Beamter, der offenbar der Erste am Tatort gewesen war stand vor mir.

„Was gibt’s?‘‘, murmelte ich.

„Ich bin derjenige, der zuerst am Tatort war. Das Opfer ist Melanie Bach. Sie ist 25 Jahre alt, 1.70m groß und blond. Sie hatte den leitenden Führungsposten, der Marketingabteilung einer Computerfirma inne. Bluechip, wenn Ihnen das etwas sagt.“

„Wie ist sie umgekommen?“

„Sie wurde erdrosselt. Es scheint aber so, als gab es keinen Kampf zwischen Opfer und Täter. Sie liegt auf der Couch und es sieht fast so aus, als würde sie nur schlafen. Wäre schön, wenn sie es wirklich täte.“ Er kehrte ab.

Gordon hatte mit seiner Vermutung, bezüglich des Opfers, die Wette gewonnen.

„Schöne Scheiße Eddi. Der Dreckskerl. Jetzt bekomm ich ein schlechtes Gewissen wegen der Wette. Ich hätte lieber mein Geld verloren, als das es sich bestätigt hätte.‘‘

Ich reagierte nicht darauf und schaute den Flur entlang zu der Tür, wo sich die meisten Personen tummelten. Das musste dementsprechend das Wohnzimmer sein. Gordon und ich gingen den Flur entlang und schauten uns ein wenig um.

Nichts Auffälliges. Es hingen nur ein paar Fotos und gemalte Bilder von ihren Kindern an den Wänden. Wir kamen zur Wohnzimmertür und stellten uns vor.

Wir wurden durchgelassen und schauten uns den Platz des Verbrechens an.

„Also wenn hier jetzt nicht gerade eine tote Frau auf der Couch liegen würde, würde ich mich hier wohlfüllen“, scherzte Gordon.

Wir gingen zur Couch und schauten uns das Opfer an. Vor uns lag eine bildhübsche Frau.

„Wo sind Ihre Kinder?‘‘, fragte ich.

„Die sind schon seit zwei Wochen bei ihren Großeltern und als sich die Mutter mehrere Tage nicht meldete, kamen sie vorbei, um mal nach ihr zu sehen. Sie fanden sie dann so auf der Couch. Es muss ein schrecklicher Anblick für die Kinder gewesen sein“, antwortete mir ein Beamter.

Ich versank wieder in Gedanken und schaute mir das Opfer an.

Außer den Striemen an ihrem Hals sind keine weiteren äußeren Einflüsse erkennbar. Sie liegt so friedlich da ..

Ich schaute mir das Zimmer an. Es gab keine Unordnung, keine Zeichen eines Kampfes. Nur die Tasse Kaffee die auf dem Tisch vor mir stand. Machte für mich den Eindruck, dass sie den Täter kannte. Des Weiteren stand auf dem Tisch eine Duftkerze. Ich roch an ihr.

Eindeutig Anis.

Ich schaute mich weiter um. Mein Blick fiel auf die Familienbilder. Ich begutachtete sie.

Sie sah darauf so glücklich aus.

Dann bemerkte ich den Flügel, neben den Bildern. Er war wirklich wunderschön.

„Hat sie gespielt?“, fragte ich in den Raum hinein.

Ich bekam keine Antwort. Ich wandte mich zu den anderen um und bemerkte, dass Gordon mit einem Beamten redete. Ich ging auf sie zu.

„Gibt’s etwas Neues?“, fragte ich die Beiden.

„Ja, wir haben Briefe gefunden. Sie sind nicht adressiert, also haben wir keine Ahnung, von wem sie stammen. Klar ist aber, dass es sich hier um einen Stalker handelt. Da steht echt kranke Scheiße drin.“ Gordon hielt mir einen Brief hin.

Ich zog mir meine Handschuhe an und las einen kleinen Teil des Briefes:

Meine süße geliebte Melanie. Ich warte auf dich in der Dunkelheit. Irgendwann werden wir zusammenfinden. Jeden Abend biete ich dir ein Opfer dar, damit du mich anerkennst. Ich warte auf den Moment, in der dich die Dunkelheit erfüllt und wir über das Reich der Toten herrschen können. WIR BEIDE IN DER DUNKELHEIT, FÜR IMMER…

„Und davon gibt es noch mehr?“, fragte ich Gordon.

„Ja, ist ziemlich kranker Scheiß dabei. In einem hat er beschrieben, wie er eine Ziege häutet und sich die Haut überstreift. Vollkommen irre, wenn du mich fragst.“ Gordon lachte.

Mir war ganz und gar nicht nach Lachen zu mute.

Unsere Arbeit hier war erst einmal getan. Wir verließen das Haus und liefen zum Auto. Als wir draußen waren, blieb ich stehen. Die Sonne schien auf meine Haut und ich hielt kurz inne, um dies zu genießen.

„Komm Eddi, ich hab Hunger“, rief mir Gordon zu.

„Jaja, ich komme schon du Fresssack“, entgegnete ich und lächelte dabei.

Ich schaute mich etwas um und als ich mich in Bewegung setzten wollte, bemerkte ich etwas. Auf der gegenüberliegenden Straße, in einer schmalen, dunklen Gasse nahm ich eine Gestalt wahr. Ich konnte nicht viel erkennen, außer dass sie einen recht zerfetzten Hut trug, der aus meiner Position, das Gesicht verdeckte. Sie schien direkt auf das Haus fixiert zu sein.

„Gordon warte mal kurz“, sagte ich und versuchte, außerhalb des Blickfelds der Gestalt, auf die andere Straßenseite, zu der Gasse zu gelangen. Ich ging davon aus, dass ich das geschafft hatte und als ich in die Gasse einbog, um die Gestalt zu überraschen, fand ich niemanden vor.

Er war verschwunden.

Komisch.

Ich ging zu Gordon zurück, stieg ins Auto und wir fuhren los um Essen zu gehen. Wir mussten an einer Ampel anhalten und Gordon erzählte mir von seiner kleinen Tochter, wie sie zum ersten Mal alleine Fahrrad gefahren ist. Ich hörte aber nur halb zu und beobachtete meine Umwelt, da mich der Gedanke an die Gestalt nicht los ließ.

Etwas erregte meine Aufmerksamkeit. Eine Person, die sich energisch durch die Menschenmassen arbeitet. Ich verfolgte sie mit meinen Blick.

Die Ampel schaltet auf Grün und Gordon fuhr los, die Straße entlang. Dabei kamen wir der Person, die ich mit meinem Blick verfolgte immer näher und als wir direkt neben ihr waren, bemerkte ich, dass sie einen zerfetzten Hut trug, der dem der Gestalt aus der Gasse ähnelte. Ich sagte Gordon, er solle mich hier raus lassen, da ich eine verdächtige Person gesichtet habe und das er mit dem Auto in meiner Nähe bleiben soll.

Er ließ mich raus und ich tauchte in der Menschenmenge unter und folgte der Person. Ich versuchte ihr nicht zu nahe zu kommen. Ich erkannte, dass die Person recht groß und stämmig war, weshalb ich daraus schlussfolgerte, dass es ein Mann sein musste. Das Einzige, was ich außerdem noch erkennen konnte war, dass er lange Haare hatte und einen beigefarbenen Trenchcoat trug. Er bog in eine Gasse ab und ich folgte ihm. Als ich um die Ecke bog, sah ich wie der Typ begann zu rennen. Ich spurtete ihm hinterher und gab per Funk durch, dass ich eine verdächtige Person verfolgen würde und gab meine Position und die Richtung des Verdächtigen an meine Kollegen in der Zentrale weiter.

Ich schaffte es nicht ihn einzuholen, weshalb ich ihn aus den Augen verlor. Ich blieb stehen und überlegte mir, wo er hingerannt sein könnte. Ich hörte ein Rascheln. Klang so, als würde jemand versuchen über einen Zaun zu klettern. Ich rannte schnell zu der Quelle des Geräusches und sah, wie der Typ, auf der anderen Seite des Zaunes in eine alte Dosenfabrik lief. Ein Sprung, einmal hochgezogen und ich war auf der anderen Seite.

Da hatte sich das Training wenigstens mal gelohnt, dachte ich mir und rannte auch in die Fabrik.

Ich gab per Funk meine Position durch und forderte Verstärkung an. Ich stellte mein Funkgerät ab, damit es nicht unnötige Geräusche machte und durchschritt die riesige Stahltür. Mein Gott stinkt es hier.

Zum Glück waren einige Fenster kaputt, sodass Licht hindurch scheinen konnte und die riesige Halle etwas erhellte. Ich sah trotzdem schlecht. Ich schlich mich langsam durch die Halle und versucht irgendwelche Geräusche auszumachen. Ich hörte, wie vor mir eine Dose davon rollte und blickte konzentriert nach vorne.

Plötzlich hörte ich hinter mir ein Lachen.

Scheiße!

Ich wachte auf. Ich konnte nicht identifizieren wo ich mich befand, da meine Sinne noch betäubt waren. Langsam spürte ich einen stechenden Schmerz am Hinterkopf. Anscheinend wurde ich niedergeschlagen.

Ich Idiot hätte besser aufpassen müssen!

Ich blickte mich um und bemerkte, dass ich an eine Säule gekettet war. Die Tür des Raumes öffnete sich. Der Typ, den ich verfolgt hatte trat herein und schloss sie wieder.

„Selbst Schuld, wenn Sie so dumm sind und mir folgen. Ich hab Sie Ihrer Sachen entledigt und wie ich sehe, sind Sie ein Polizist. Ich dachte, ihr seid klüger. Naja, da kann man wohl nichts machen.“

Er zog seinen Trenchcoat aus und was ich erblickte war wirklich widerwärtig. Unter dem Trenchcoat trug er ein Ziegenfell. Offenbar jenes, welches er in seinem Brief erwähnt hatte.

„Warum haben Sie mich verfolgt, Herr Kommissar?“

„Herr Erster Kriminalhauptkommissar, wenn ich bitten darf!“

Er trat mir in den Bauch, sodass ich keine Luft mehr bekam. Ich versuchte nach Luft zu schnappen, aber es wollte mir nicht gelingen. Panik stieg in mir auf. Nach einer Minute aber ging es langsam wieder und ich passte nun besser auf was ich sagte.

„Los sag es mir, Bulle!“

Ich schwieg.

Er wandte sich von mir ab und ging zu meiner Jacke und holte etwas heraus.

„Schönes Bild deiner Tochter hast du da.“

Er hatte mein Handy in der Hand und schaute sich meine Bilder an.

Ich begann zu lachen.

„Was lachst du so dumm?“

„Sie Idiot. Sie hätten mal lieber mein Handy ausgeschaltet…“

Kaum hatte ich das gesagt, krachte die Tür auf und vier Polizisten stürmten den Raum und hatten den Kerl überwältigt, kaum das er wusste wie ihm geschah. Gordon trat hinter den Polizisten hervor und schaute mich grimmig an.

„Du weißt schon, dass wir wegen dir unsere Mittagspause verplempert haben!“

Ich musste lachen. Ich wurde befreit, mir wurde aufgeholfen und dann kehrten wir alle zum Präsidium zurück.

Ich stand vor unserem Verhörzimmer und beobachtete den Typen durch den Spiegel. Jetzt sah ich ihn das erste Mal richtig. Er war von oben bis unten komplett tätowiert, hatte lange fettige Haare und war, meiner Meinung nach, ziemlich hässlich.

„Naja, ich mach mich mal an die Arbeit und rede erst mal ein wenig mit ihm.“

„Bist du dir sicher, dass du das alleine machen möchtest?“, fragte mich Gordon

„Ja, ich schau mal, wie weit ich komme. Ansonsten hole ich dich dazu.“

Ich betrat das Zimmer und setzte mich ihm gegenüber an den Tisch.

„Das ist erst einmal nur ein Gespräch zwischen uns Beiden. Morgen wirst du dann richtig verhört, aber du hast natürlich jetzt schon die Möglichkeit alles zu gestehen."

Als ich ihm das sagte, musterte ich sein Gesicht. Er war wirklich hässlich. Sein ganzes Gesicht war tätowiert. Das rechte Auge war größer als das Linke. Seine Nase war schief und er hatte eine Monobraue.

Mich schüttelte es, wenn ich ihn ansah.

Ich zündete mir eine Zigarette an.

„Also schieß los. Hast du mir etwas zu sagen? Wieso hast du Frau Bach ermordet?“

Er schaute mich entsetzt an.

„Ich soll sie ermordet haben? Spinnst du? Ich hab sie nicht ermordet. Ich war hinter ihr her, gar keine Frage, die Briefe sind auch von mir, aber getötet hätte ich sie niemals!“

Er schaute mich mit seinen leeren Augen an.

„Und das soll ich dir glauben? Du warst in unmittelbarer Nähe ihres Hauses und hast es beobachtet. Dann gibt es noch die Briefe und zudem bist du vor mir weggelaufen. Also spricht alles gegen dich. Gib es ruhig zu: du konntest es nicht ertragen, dass sie nicht dir gehört. Also hast du sie umgebracht.“

Er schlug mit seinen Händen auf den Tisch.

„Verdammt nochmal, ich habe sie nicht umgebracht, du Wichser. Ich kann es mir gar nicht leisten. Ich habe eine kleine Tochter Zuhause.“

„Na, Na, Na. Nicht solche Ausdrücke.“

Ich drückte meine Zigarette auf seinem Handrücken aus und sein schmerzhafter Schrei füllte den Raum.

Ich zündete mir eine weitere an.

„ Das könnte durchaus möglich sein, aber alle Beweise sprechen gegen dich. Also gib es zu und du kannst vielleicht mit einer Strafminderung rechnen.“

Ich nahm einen kräftigen Zug und blies ihm den direkt Qualm ins Gesicht

Er hustete und heulte aufgrund des Schmerzes.

„Was bist du nur für ein Arschloch?!“, entgegnete er mir.

„Soll ich nochmal meine Zigarette an dir ausdrücken? Scheint dir ja zu gefallen, wenn du weiter in so einen Ton mit mir redest.“

Ich lachte.

„Was willst du von mir? Das klang grad so, als wüsstest du, dass ich nicht der Täter sei.“

Ich nahm wieder einen kräftigen Zug und blies im wieder den Qualm ins Gesicht.

„Das könnte durchaus möglich sein, aber wer würde sonst in Frage kommen? Es ist viel einfacher dich hinter Gitter zu bringen, als denjenigen, der es getan hat. Zudem liegt es nicht in meinem Interesse, diese Person ins Gefängnis zu befördern. Dich, du kleiner Bastard, wird niemand vermissen. Nicht mal deine Tochter. Schau dich an, du bist hässlich, ungepflegt und du läufst mit einem Ziegenfell rum. So etwas braucht unserer Gesellschaft nicht.“

Er schaute mich entsetzt an.

„Du weißt wer der Täter ist?“

Ich musste lachen.

„Natürlich weiß ich das. Wie ich aber schon sagte, es liegt nicht in meinen Interesse diese Person festzunehmen, da sie, vielleicht, noch andere nützliche Sachen vollbringen wird.“ Ich stand auf und stellte mich neben ihn.

„Du hast jetzt die Möglichkeit ein Geständnis abzuliefern, oder du wirst gnadenlos verurteilt.“

Er blickte zu mir und ich erkannte, dass er sichtlich wütend war.

„Du elender Wichser hängst mir etwas an, was ich nicht getan habe. Ich werde nie…“

Ich hob seine Haare hoch, drückte meine Zigarette in seinen Nacken aus und knallte seinen Kopf auf den Tisch.

„Letzte Chance, Bastard.“

„Ok, OK. Ich habe eh keine andere Wahl. Alles spricht gegen mich. Dennoch war ich es nicht und wenn ich aus dem Gefängnis wieder raus bin, dann wirst du dafür büßen und alle Welt wird erfahren, dass ein Bullenschwein, wie du, einen Mörder deckt..“

Er schaute mich voller Zorn an.

„Ok, damit habe ich kein Problem, aber komm du erst mal wieder raus. Ich werde jetzt noch einen Kollegen holen, der mit mir dein Geständnis entgegen nimmt.“

Ich holte dann Gordon und wir nahmen das Geständnis des Täters auf und danach kam er in Untersuchungshaft.

„Puh, was für ein anstrengender Tag. Aber zum Glück konnten wir das heute alles gleich klären.. Wenn das nur immer so einfach sein wäre..‘‘

Wir gingen den Flur entlang. Ich musste lächeln.

„Das stimmt allerdings. Es würde uns so einiges erleichtern und wir könnten mehr Zeit mit unseren Familien verbringen.“

Wir standen nun draußen auf der Treppe. Gordon war schon dabei los zu machen.

„Apropos, Familie. Wann sollen wir heute eigentlich beim Konzert deiner Kleinen sein? Wollen ja nicht zu spät bei ihrem großen Auftritt erscheinen.‘‘

Er klopfte mir auf die Schultern.

„Sie erinnert mich an dich. In dem Alter hast du mir auch schon Stücke vorgespielt. Du warst ein Genie, aber ich glaube, deine Tochter hat dich bereits überflügelt.

„Ja, das denke ich auch.“

Ich verabschiedete Gordon, lief zu meinem Auto und fuhr nach Hause zu meiner Familie.

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