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Informationen zu dämonischer Besessenheit und Exorzismen (Katholische Sicht) (von Kurator MGR)

Vorwort[]

Dieser Artikel soll dazu dienen, Klischees und Fettnäpfchen beim Schreiben von religiösem Horror zu vermeiden und allgemeine Informationen zu dem Thema bereitstellen. Es ist nicht meine Absicht, Leute zu missionieren und ich erwarte dasselbe von den Lesern dieses Artikels. Ob Exorzismen, Dämonen und Gott real sind, steht hier nicht zur Debatte. Wer die Religion in Abrede stellen möchte, der behalte es für sich und tobe sich auf geeigneter Bühne aus. Hier ist jedenfalls nicht der Platz für sowas. Danke.

Es sei weiterhin erwähnt, dass diese Abhandlung ausschließlich den Standpunkt der römisch-katholischen Kirche wiedergibt (ggf auch der Christlichen Theologie im Allgemeinen). Andere Kulturen und Religionen mögen andere Auffassungen zu den gegeben Informationen haben. Auch das muss hier nicht öffentlich debattiert werden. Dieser Artikel konzentriert sich ausschließlich auf diesen Aspekt.

Sollte jemand Informationen zu anderen Kulturen beitragen können, dann wäre es sicher spannend und sinnvoll, wenn man zusammen den Artikel ergänzen könnte (Dazu am besten Kontakt aufnehmen).

Anmerkung: Wenn in diesem Text von Teufeln die Rede ist, sind auch Dämonen gemeint und umgekehrt. Die beiden Begriffe meinen dasselbe.

1.                Die Rolle von Dämonen/Teufeln in der Theologie[]

Zunächst muss man die Rolle von Teufeln und/oder Dämonen in der Theologie klären. Dazu muss man etwas ausholen und die biblische Geschichte des Höllensturzes zu Rate ziehen. Die Theologie geht davon aus, dass Gott die Engel schuf. Sie dienten Gott, waren gut und „verwalteten“ den Himmel. Die Engel sind in s.g. Chören angeordnet, welche den Stufen einer Hierarchie entsprechen, an deren Spitze Gott steht. Jeder Chor hat eine andere Aufgabe und ein anderes Aussehen. Populär ist vielleicht das Bild des Seraphim (Abb. 1), der nicht aussieht, wie die klassischen Engelsbilder, die die meisten im Kopf haben.

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Nun kam es allerdings nach einiger Zeit unter den Engeln zu einer Spaltung. Einige der Engel lehnten sich gegen Gott auf. Sie strebten nach Gottgleichheit, nach freiem Willen oder körperlicher Lust. Unter Führung des Lichtbringers Luzifers rebellierte eine Gruppe von Engeln gegen Gott und es entbrennte eine Schlacht im Himmel. Die guten Engel unter Führung des Erzengels Michael (der deshalb im Exorzismus eine besondere Rolle innehat) besiegten die bösen schließlich.

Als Strafe für ihren Verrat verbannt Gott die bösen Engel in die Hölle, einen Ort, an dem Qual und Sünde allgegenwärtig sind und an denen nur Leid und Zerstörung gedeihen (S.g. Höllensturz; siehe Abb.2). Die Engel wurden zu Teufeln und waren fortan dazu verbannt, in der Hölle zu leben und dort Chaos und Leid zu stiften. Daher ist der Begriff „gefallene Engel“ für Teufel eine treffendere Bezeichnung.

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Ihrer Natur als Engel entsprechend organisieren sich die Teufel auch in der Hölle in Chören, die aber hier nicht als Chöre bezeichnet werden. Man spricht einfach von der Hierarchie der Teufel (oft benutzt man Adelstitel zur Klassifizierung: König Baal, Herzog Stolas, etc.). Luzifer bzw Satan gilt als Herrscher der Hölle und Anführer der Teufel, allerdings streiten sich hier auch die Quellen, da es unterschiedliche Auffassungen gibt, ob Luzifer und Satan dieselbe Person sind. Luzifer gilt als gefallener Engel, während Satan bspw. als Metapher für jeden Teufel gelten kann. Ebenso gibt es die Auffassung, dass Satan und Luzifer zwei verschiedene Teufel sind. So oder so: Luzifer und/oder Satan gehören zu den mächtigsten Teufeln.

Ein Teufel ist genau wie ein Engel ein Geistwesen, d.h. ein körperloses Wesen, dass von einem Menschen normalerweise nicht perzipiert werden kann. Das heißt auch, dass ein Teufel nicht an ein Sprachgewand gebunden ist und somit jede Sprache sprechen und verstehen kann. Auch kann ein Teufel (wie auch ein Engel) die Gedanken eines Menschen sehen und seine tiefen Ängste, Sünden und Wünsche erkennen, nicht jedoch ins Herz/die Seele des Menschen, da dies nur Gott allein kann.

Der Teufel hat einen hohen Verstand, magische Kräfte und einen freien Willen. Allerdings hat sich seine Natur durch die Auflehnung gegen Gott zum Bösen und dunklen gewandt. Daher kann ein Teufel nur zerstören und Leid über andere bringen, nicht aber erschaffen und Gutes tun.

Teufel verabscheuen Gott und alles Heilige. Da Teufel aber, wie oben erörtert, ehemalige Engel sind, kann Gott (stellvertretend für Gott auch jeder Priester/Exorzist und allgemein jeder Christ). über sie bestimmen und hat Befehlsgewalt über die Teufel. Die Teufel tun alles, um Gott zu schaden und ihn zu stürzen, was wiederum die Engel und Gott verhindern. Letztlich können die Teufel aber nie gewinnen, da ihr Schöpfer ihnen immer überlegen sein wird. Aufgrund der Abhängigkeit von Gott, müssen Dämonen vor einer Besetzung um die Erlaubnis Gottes fragen (sofern nicht ein anderes Kriterium für die Besessenheit erfüllt ist; siehe unten).

2.                Die Besessenheit[]

Es ist wichtig, nicht gleich von Besessenheit auszugehen, nur weil einige Anzeichen darauf deuten. Heutzutage können zahlreiche „Fälle“ als Geisteskrankheit, Schwindel oder Irrtum erklärt werden. Es wird auch unterschieden zwischen luzider Besessenheit (Opfer weiß um Besessenheit) und somnambuler Besessenheit (Opfer ist sich seines Zustandes nicht bewusst).

Um eine Besessenheit zu erkennen, müssen einige Kriterien zutreffen. Allerdings gibt es einige Voraussetzungen für eine Besessenheit, die zuerst gegeben sein müssen:

Voraussetzungen für Besessenheit[]

Unter normalen Umständen schützt Gott uns vor Besessenheit. Daher bedarf ein Dämon der Erlaubnis Gottes, um einzufahren. In bestimmten Fällen hat das Opfer den Schutz allerdings verloren, wodurch der Dämon so einfahren kann.

·        Es ist Gottes Wille, dass das Opfer besessen wird (etwa als Prüfung oder Strafe)

·        Das Opfer hat sich durch persönliche Schuld in die Fänge des Teufels getrieben

·        Das Opfer wurde von jemand anderem Verflucht

·        Das Opfer hat einen Teufelspakt

Ist eine dieser Voraussetzungen erfüllt, kann der Dämon einfahren. Die Besessenheit muss nun erkannt werden.

Anmerkung: Durch Sünden wird das Band zwischen Gott und dem Sünder zerrissen. Damit verlischt auch der Schutz Gottes. Man wird also anfälliger für Besessenheit. Es ist jedoch ein Irrglaube, dass jeder Besessene automatisch irgendein dunkles Geheimnis haben muss. Es gibt zahlreiche Berichte über die Besessenheit sehr frommer oder gar geweihter Personen. In diesen Fällen wurde der Schutz Gottes anderweitig aufgehoben (siehe oben).

Anzeichen von Besessenheit[]

Zunächst unterscheidet man bei Besessenheit zwischen „Besessenheit“ (eine Person ist besetzt) und der schwächeren „Umsessenheit“ (der Dämon „haftet“ nur außen an einer Person; es ist ein Objekt oder ein Ort besessen).

Bei beiden Fällen unterscheidet man Ruhezustand und Krise. In der Krise ergreift der Dämon das Steuer und die betroffene Person verliert die Kontrolle. Dann – und nur dann – treffen einige der Anzeichen für Besessenheit zu. Man kann es sich so vorstellen, dass der Teufel in diesen Momenten erwacht und dann tobt. Je nach Teufel kann die Krise gewalttätig sein und geht mit Zuckungen, Fluchen und körperlicher Gewalt einher. Auch Sakrilege und Sünden werden in dieser Phase begangen.

Die Krise kann spontan kommen, sie kann aber auch durch den Exorzisten provoziert werden (beim Exorzismus). Nur in der Krise kann man den Teufel direkt angreifen (weil er sich nur dann „zeigt“). Oft sorgen der Kontakt mit geweihtem oder die Befehle des Exorzisten für eine Krise. Sie kann aber auch willkürlich über das Opfer kommen. Nicht immer ist eine Krise für umstehende erkennbar, da die Teufel es vorziehen, verborgen zu bleiben (um nicht bekämpft zu werden). Insbesondere am Anfang einer Besessenheit wird der Teufel alles tun, um das Opfer als Irre darzustellen. Denn dann wird niemand ihn bekämpfen und er kann ungestört walten.

Nicht jede Krise endet also mit Rollenden Köpfen und Erbsensuppe! Es gibt Berichte von Besessenen, die in der Krise völlig „ruhig“ blieben. Zwar reagierten auch sie auf bestimmte Dinge (etwa Weihwasser) heftig und mit Gewalt, aber die Krise selbst verlief, wenn nicht provoziert, gewaltfrei und „gesittet“. Dämonen müssen nicht immer die sabbernden, aggressiven Monster der Unterhaltungsbranche sein. Zwar ist ein Dämon in seinem Inneren kein Gentleman, aber er gibt sich gern stolz und würdevoll. Es kommt auf den Charakter des Dämons an, wie würdevoll und aggressiv er auftritt. Dennoch kann jeder Dämon zum „Ausraster“ getrieben werden. Man sollte das nie vergessen: Ein Dämon ist kein Gentleman, auch wenn er sich so gibt. Sobald er kann, verfällt er in seine tierische Natur.

Wie man Besessenheit erkennen kann (Es müssen stets mehrere dieser Kriterien zutreffen, am besten alle.)

a)     Plötzlicher Wandel zu tierischen Sitten

b)    Übermenschliche Kraft

c)     „Teufelswunder“

d)    Selbstzerstörerische Triebe

e)     Kenntnis fremder Zungen

f)      Kenntnis des Unkennbaren

g)     Abscheu vor Geweihtem (Auch Überempfindlichkeit)

Diese Kriterien stellen nur eine Auswahl der wichtigsten Anzeichen dar. Sie können jeweils in Unterkategorien aufgedröselt werden. Im Folgenden werden die Kategorien näher erklärt.

Zu a)[]

Diese Kategorie ist das filmtypische Knurren, das Laufen auf allen Vieren, das Verspeisen von ungenießbarem oder rohem Essen. Der Besessene verhält sich tierisch, spricht unmenschlich oder verhält sich auch ansonsten nicht wie ein zivilisierter Mensch. Dies schließt mit ein, dass ein Besessener keinen geweihten Ort betreten kann und keiner Messe beiwohnen kann, ohne diese durch Verhalten und Wort zu entweihen und zu stören. Auch wenn dieses Symptom sicherlich zu den bekannteren gehört, kommt es nicht zwingend vor. Wenn, dann tritt es meist während der Krise auf. Der Dämon nutzt dieses Verhalten gern, um Umstehende von der Wildheit und dem Irrsinn des Opfers zu überzeugen (denn er will, dass man dem Opfer nicht glaubt und es möglicherweise wegsperrt, sodass er sein Werk ungestört bewältigen kann).

Zu b)[]

Das Opfer entwickelt unfassbare Kraft. Dabei ist der Umstand des Opfers zu beachten. Es ist nicht gemeint, dass jemand plötzlich Betonwände einreißt und Eisenstanden biegt. Die Kräfte übersteigen lediglich die Umstände und individuellen Fähigkeiten der Person. Die Leistung eines Kindes könnte für einen Erwachsenen etwa eine Kleinigkeit sein. Bei diesem Punkt muss man die Lebensumstände und das Individuum genauestens betrachten. Es wird beispielsweise davon berichtet, dass drei Männer nötig waren, um eine zierliche Frau (besessen) festzuhalten. Solche Fälle sind gemeint. Auch unnatürliche Reflexe, unmenschliche Schnelligkeit oder atemberaubend scharfe Sinne fallen in diese Kategorie.

Zu c)[]

Dieser Begriff ist mit Vorsicht zu genießen, da man nicht von einem Wunder sprechen kann, wie Gott sie wirkt. Es sind keine guten Wunder, sondern sie sind alle darauf ausgerichtet, Leid anzurichten. Hierunter fallen das Überleben ohne Nahrung, Wasser und Luft. Aber auch das spontane Heilen oder Auslösen von körperlichen Gebrechen (Taubheit, Blindheit, etc) gilt als Anzeichen. Auch plötzlich auftretende Stigmata sind hier zu nennen.

Die körperlichen Manifestationen an Ort und Opfer können auch außerhalb der Krise auftreten und fortwähren. So wird bspw. der Gestank des Dämons erst vergehen, wenn er ganz ausgetrieben ist. Auch wird berichtet, dass Dämonen ihre Opfer taub oder blind machen, damit sie weniger empfänglich für den Exorzismus sind. Diese Symptome können an die Krise gebunden sein, können aber ebenso darüber hinaus bis zur endgültigen Austreibung dauern.

Auch s.g. Manifestationen von Illusionen oder gar von realen Objekten sind unter dieser Kategorie zu nennen. Damit ist gemeint, dass es zu Illusionen kommt (Man hört z.B. das Bellen eines Hundes, obwohl keiner da sein kann) oder auch zu Manifestationen von realen Dingen (Betroffene erbrechen lebende Tiere oder Gegenstände, es kommt zu spontanen Feuern oder Wunden, Gegenstände verschwinden oder tauchen auf).

Die Teufelswunder sind meist, aber nicht immer, unangenehmer Natur. Aber manche Teufel heilen etwa auch Kranke im Umfeld oder bringen scheinbar Glück (s. Teufelspakt). So versucht der Teufel sich als etwas Göttliches auszugeben bzw. das Opfer und seine Helfer von seiner Gutmütigkeit zu überzeugen. Der Teufel tut alles, um einem Kampf mit dem Exorzisten zu entgehen.

Zu d)[]

Ein Teufel kann einen Menschen quälen, aber nie töten. Stirbt ein Besessener, dann meist vor Erschöpfung oder durch Suizid. Doch kein Teufel kann durch einen Fluch den direkten Tod des Opfers bewirken. Da Teufel ihre Opfer aber gern leiden sehen und der Suizid als ultimative Sünde auf direktem Weg in die Hölle führt, treiben einige Teufel ihre Opfer zu Selbstverletzungen oder sogar zum Suizid. Dies kann unter Hypnose und Befehl des Teufels geschehen oder freiwillig, wenn das Opfer einfach nicht mehr kann.

Auch wenn Teufel das Opfer auf Befehl Gottes nicht töten können, so gilt das nicht für Umstehende. Ein Teufel könnte die Familie des Opfers verletzen oder angreifen, um die Moral seines Opfers zu brechen. Auch körperliche Wunden am Opfer selbst sind möglich, allerdings sind diese nie tödlich. Das Ziel des Dämons ist nicht die Vernichtung des Opfers (d.h. eigentlich schon, aber nicht die physische), sondern das Austreiben Gottes. Dies geschieht, wenn das Opfer Gott entsagt und damit „freiwillig“ den Schutz Gottes aufgibt und sich der Hölle überlässt. Dann ist das Opfer unrettbar des Teufels und der Dämon hat gewonnen.

Zu e)[]

Ein klassisches Beispiel. Wenn jemand plötzlich fremde Sprachen spricht, ist er besessen. Ganz so einfach ist es aber nicht. Es genügt nicht, ein paar Worte in gebrochenem Latein zu kreischen (wie es in Filmen oft der Fall ist). Die Person muss in der Lage sein, ganze Konversationen in ihr fremden Zungen zu führen oder aber sie versteht komplexe Aufforderungen in fremden Sprachen.

Dies geht darauf zurück, dass Teufel wie oben erwähnt nicht an ein Wortgewand gebunden sind. Sie können jeden Befehl verstehen und jede Sprache sprechen. Daher kann ein Teufel, der durch einen Besessenen spricht, jede Sprache verstehen und sprechen.

Dies muss nicht direkt passieren. Ein Beispiel kann etwa sein, dass der Besessene auf Befehle des Exorzisten reagiert, auch wenn sie in unbekannten Sprachen formuliert sind. In diesen Fällen spricht das Opfer selbst gar keine fremden Zungen, versteht sie aber. Das zählt ebenfalls. Das verstehen fremder Zungen ist nur während der Krise möglich. Außerhalb der Krise hat das Opfer keinerlei Kenntnis über die fremden Zungen.

Auch die Stimme verändert sich oft. Das kennt man auch aus Filmen. Der Dämon spricht mit tiefer, „dämonischer“ Stimme. Es muss nicht sein, ist aber oft der Fall, dass die Stimme sich ändert. Sie muss dabei nicht immer tief und böse werden, sondern kann auch rauchig oder gläsern klingen. In jedem Fall aber anders als sonst.

Zu f)[]

Teufel/Engel können die Gedanken anderer lesen und deren Vergangenheit (insb. vergangene und ungebeichtete Sünden) erkennen. Sie können auch geweihtes fehlerfrei identifizieren (siehe g). Ein Anzeichen von Besessenheit ist daher, wenn das Opfer Dinge aus dem Leben des Exorzisten oder der Umstehenden weiß, die es unmöglich wissen kann. Auch sagen Besessene häufig Dinge voraus, die später eintreten oder sie spüren, wenn der Exorzist kommt und kündigen seine Ankunft bereits zuvor an.

Teufel bedienen sich insbesondere den Sünden der Umstehenden, um sie bloßzustellen und in Verlegenheit zu bringen. Dabei ist zu beachten, dass der Teufel ein Lügner ist und Tatsachen gern verdreht. Man darf also nicht auf den Dämon hören, wenn er geheimes Wissen vermittelt. Es sei zu beachten, dass ein Dämon gebeichtete Sünden nicht mehr erkennen kann. Daher ist die hl. Beichte vor jedem Exorzismus zu vollführen (von Exorzist und nahen Umstehenden).

Man darf den Worten des Teufels in der Krise keine Beachtung schenken. Er versucht durch Versprechungen, Drohungen oder Bloßstellung das Opfer, den Exorzisten oder die Umstehenden zu beeinflussen. Auch wenn es stark wirkt, ist es ein Zeichen der Schwäche. Der Teufel ist ein Schwätzer und Lügner. Er versucht sich „rauszureden“. Daher darf man seinen Worten nie Glauben schenken oder auf einen Deal mit ihm eingehen.

Zu g)[]

Der Teufel leidet beim Kontakt mit Geweihtem. Die Macht Gottes, die in Geweihtem wohnt, bannt und schmerzt ihm. Daher verabscheuen sie alles Geweihte und Klerikale. Sie schänden in der Krise möglicherweise religiöse Objekte, sie können eine Kirche/Messe nicht freiwillig betreten und verursachen bei derselben Lärm und Störungen. Sie können kein Weihwasser ertragen und hassen alle Kleriker.

Oft lästern sie über Gott und versuchen die Umstehenden davon zu überzeugen, dass Gott schlecht ist (s.g. Teufelspredigt: Hier berichten Teufel oft über angebliche Beweise der Schlechtheit Gottes und/oder ihrer eigenen Macht). Sie können Geweihtes fehlerfrei erkennen (siehe oben) und sind so ebenfalls als Dämonen identifizierbar. So konnte eine Besessene Frau etwa Weihwasser von normalem Wasser unterscheiden, obgleich man ihr völlig identische Gläser vorgeführt hatte. Auch rührte sie Essen nicht an, dem man bei der Zubereitung einen Tropfen Weihwasser beigegeben hatte (sie wusste nichts davon; Sie tobte nur und warf das Essen fort und brüllte: „Wollt ihr mich vergiften!“).

Hostienpartikel wurden (ohne Kenntnis des Besessenen) in mehrere Laken eingewickelt. Das Bündel wurde nun dem Besessenen nahe gebracht, der davor zurückwich und tobte. Als man es ihm auflegte, litt er Schmerzen und später zeigten sich Brandwunden an der Stelle, an der man das Bündel aufgelegt hatte. Ähnliche Fälle sind auch beim Auflegen von Reliquien, Kruzifixen und beim Besprengen mit Weihwasser dokumentiert. Allerdings muss nicht jeder Besessene derart stark (und mit Blessuren) reagieren. Einige reagieren auch nur verbal und beschimpfen etwa die Reliquie.

Der Kontakt mit geweihten Gegenständen ist ein effektives Mittel, eine Krise zu provozieren. Denn auch wenn keine Krise vorliegt, reagiert der Dämon im Opfer auf äußeren Kontakt. Beim Exorzismusritual wird das Opfer daher auch mit Weihwasser besprengt oder man legt ein Kruzifix auf.

3.                Die Macht des Dämons[]

Die Waffen des Dämons sind in erster Linie psychologischer Natur. In Filmen werden Besessene oft als übermächtige Kampfmaschinen dargestellt, die mit Telekinese ganze Städte platt machen. Das ist mitnichten so. Aber das heißt nicht, dass ein Dämon/Besessener schwach wäre. Die meiste Gewalt des Dämons richtet sich gegen das Opfer selbst. Der Dämon quält es körperlich und seelisch, indem er ihm Dinge einflüstert und ihm jede Hoffnung raubt. Auch legt er ihm nahe, sich von Gott loszusagen, dann würden alle Qualen enden. Dies ist natürlich ein Trick. Doch hat ein Dämon sein Opfer über lange Zeit gefoltert, geben die Opfer möglicherweise nach und verlieren damit ihre Seele an den Teufel.

Der Teufel agiert gern im Schatten. Er möchte, dass das Opfer als verrückt gilt. Es soll keine Hilfe bekommen. Denn der Teufel weiß genau, dass er einen Kampf gegen Gott (d.h. gegen den Exorzisten) nicht gewinnen kann. Und er weiß auch um das Leid, dass er erdulden muss, wenn es zu einem solchen Kampf kommt. Durch Manipulation, Versprechungen und Drohungen versucht er das Opfer und die Umstehenden vom Exorzismus abzuhalten. Auch den Exorzisten selbst greift er verbal oder körperlich an, um den Exorzismus zu verhindern oder abzubrechen.  De facto ist der Teufel gegenüber Gott machtlos. Es ist einzig seine Sturheit und Feigheit, die ihn dazu verleitet, überhaupt zu kämpfen und im Opfer zu verharren. Erst nachdem er durch Exorzismen geschwächt und gequält wurde, lässt er irgendwann ab.

Es ist wichtig zu bemerken, dass alle Schmerzen und alles Leid, dass während des Exorzismus gelitten wird, nur dem Dämon Schmerzen bereitet. Das Opfer zuckt und schreit zwar, aber es ist der Dämon, der durch das Opfer leidet. Dennoch versucht der Dämon die Angehörigen auszutricksen, indem er die Krise beispielsweise scheinbar unterbricht und das Opfer um Beendigung der Qualen/des Ritus betteln lässt. Dieser Trick ist besonders bei nahen Angehörigen effektiv und muss unbedingt durchschaut werden.

Der Teufel ist ein Lügner und kann die Wahrheit nicht freiwillig sprechen. Selbst unter Zwang wird er die Wahrheit kryptisch vorbringen oder wichtige Teile auslassen. Wenn es in seinem Nutzen ist – etwa wenn die Wahrheit schmerzhaft ist und Schaden anrichtet – kann der Dämon aber sehr wohl die Wahrheit sprechen. Allerdings tut er es nur, wenn er Schaden anrichten kann. Eine gute Tat kann ein Dämon freiwillig nicht tun.

Die Magie des Teufels beruht auf derselben Kraft, die auch von Gott ausgeht (siehe Teufelswunder). Doch sie ist umgekehrt. Während Gott durch Liebe Wunder wirkt, wird der Teufel durch Hass angetrieben. Seine „Zauber“ sind besonders effektiv, wo Streit und Zwietracht herrschen, wo Unglaube und Sünde dominieren. Gegenüber starkem Glauben, positiven Gefühlen und Liebe ist der Teufel machtlos bzw stark geschwächt. So kitschig es klingt: Mit der Kraft der Liebe kann man den Dämon schwächen und besiegen. Denn im Ritus ist es nichts anderes als die Liebe Gottes, die dem Dämon schmerzt und ihn schließlich austreibt.

4.                Die Waffen des Exorzisten[]

Die Waffen des Exorzisten sind also „abstrakter“ Natur. Auch wenn in Filmen und Videospielen mit massiven Wummen und Säbeln gegen die Höllenbrut gekämpft wird, so dürfte das in der Realität nichts bringen, da ein Dämon wie bereits erwähnt nicht körperlich ist. Man kann ihn also mit materiellen Waffen nicht angreifen. Auch wenn ein Dämon sich materialisieren kann, kann man lediglich die Manifestation zerstören, aber nie dem Dämon selbst schaden. Der Exorzist hat drei Hauptwaffen, die gegen den Dämon helfen.

·        Der Glaube[]

Der Glaube des Exorzisten und der Umstehenden ist wie ein Schutzschild gegen das Böse. Nur wer an die Macht Gottes und die Wirksamkeit des Exorzismus glaubt, kann effektiv vorgehen. Zweifelt der Exorzist, sind seine Riten (u.U.) in den Wind gesprochen. Der Glaube schützt die Personen um das Opfer und verhindert so, dass der Dämon sie manipulieren oder gar besetzen kann.

·        Das Wort[]

Das Wort (im Ritus) ist die Hauptwaffe des Exorzisten. Da der Dämon wie oben erwähnt jedem Befehl folgen muss, ist der Kampf also im Grunde bereits entschieden. Doch der Dämon hat ein Schlupfloch. Zwar muss er jedem Befehl folgen, aber wann und wie er es tut, ist seine Sache. So könnte ein Dämon auf den Befehl „verlasse dieses Opfer!“ antworten „Ich verlasse es, wenn es tot ist!“. Er würde damit den Befehl befolgen und seine Pflicht erfüllen, doch natürlich wäre das nicht im Sinne des Exorzisten.

Auch bleibt es dem Teufel überlassen, wann er dem Befehl folgt. Wenn der Exorzist ihm befiehlt, auf der Stelle auszufahren, kann er diesen Befehl verweigern. Je länger/öfter es das tut, desto mehr schmerzt es ihn jedoch.

Der Kampf des Exorzisten ist eine Frage der Ausdauer. Es gilt den Dämon durch ständige Gebete, Befehle und Riten zu schwächen und zu zermürben. Der Dämon tut dasselbe mit dem Exorzisten und dem Opfer. Derjenige, der zuerst einknickt, ist der Verlierer. Bleibt der Exorzist jedoch hartnäckig, muss der Teufel schließlich weichen.

·        Der Name und die Anzahl[]

Der Name des Dämons ist die stärkste Waffe gegen den Dämon. Hat man einen Namen, hat man auch Gewalt über ihn. Das ergibt auch Sinn, da ein Befehl wirksamer ist, wenn er direkt an jemanden adressiert ist. Dämonen verschleiern ihre Namen daher und hüten sie, wie einen Schatz. Denn wer den Namen kennt, hat Befehlsgewalt. Auch haben Dämonen individuelle Schwächen, die durch den Namen enttarnt werden können (durch Recherche).

Das oberste Ziel des Exorzisten ist es also, den Namen des Dämons bzw der Dämonen (bei mehrfacher Besetzung) zu finden. Hat man erst den Namen, ist die Austreibung meist nicht mehr weit. Zu diesem Zweck stellt der Exorzist viele Fragen um Ursache und Art der Besessenheit, sowie Namen des Dämons zu finden.

Die Anzahl der eingefahrenen Dämonen ist ebenfalls sehr wichtig. Zwar spielt es für den Exorzismus im Großen keine Rolle, ob nun einer oder 666 Dämonen eingefahren sind, doch es ist natürlich wichtig, ob man eine „Wunde“ versorgen muss oder mehrere. Bei der mehrfachen Besessenheit ist es nicht unüblich, dass sich nicht alle Dämonen gleichzeitig zeigen, sondern immer einer die Krise dominiert. So könnte sich Dämon X morgens zeigen und Dämon Y abends. Manche Dämonen zeigen sich u.U. nie direkt, weil sie von stärkeren dominiert werden. Sie sind aber dennoch da. Die Frage nach der Anzahl der Dämonen ist ebenso essenziell, wie der Name jedes einzelnen Dämons.

·        Sonstige Waffen[]

Geweihte Gegenstände o.Ä. sind Hilfsmittel zum kanalisieren des Glaubens und der Macht Gottes. Sie unterstützen den Exorzisten und bannen das Böse. Sie sind allein oder in der Hand eines Ungläubigen aber völlig nutzlos, da sie nur verstärken, was schon da ist. Mit einem leeren Herzen kann man sie also nicht nutzen, da Null auch hundertfach multipliziert immer Null ergibt.

5.                Der Exorzismus[]

Kleiner und Großer Exorzismus[]

Man unterscheidet zwischen großem und kleinem Exorzismus. Den kleinen Exorzismus kann jeder getaufte und rechtschaffene Christ sprechen. Das Bekreuzigen beim Betreten einer Kirche ist etwa ein solcher kleiner Exorzismus (wenn auch oft unbewusst). Auch kann jeder Christ dem Dämon befehlen (siehe oben), jedoch ist die Macht eines Laien freilich schwächer, als die eines professionellen Exorzisten.

Der große Exorzismus kann nur von einem geweihten Diener Gottes (Priester) durchgeführt werden. Und nur mit der Erlaubnis der Kirche (erteilt i.d.R. durch den Bischof oder ein höheres Kirchengremium). Man sollte sich daher von „professionellen“ Exorzisten fernhalten, die selbst keinen kirchlichen Hintergrund haben. Nicht nur ist es ein unautorisierter Ritus, auch kann ihre tatsächliche Macht gegenüber einem geweihten Diener Gottes angezweifelt werden.

Der Ritus[]

Der (große) Exorzismus selbst läuft immer nach einem festen Schema ab. Zunächst wird die Beichte für alle Zelebranten und Umstehenden empfohlen (s.o.). Danach beginnt der Exorzismus mit dem Herbeiführen einer Krise, so noch keine da ist. Dazu werden Gebete zum heiligen Michael gesprochen und der Zelebrant bittet um Kraft und Macht. Der Dämon wird so provoziert, sich zu zeigen. Bis er sich zeigt betet das Opfer nach Möglichkeit mit. Es werden Litaneien angestimmt, Weihwasser gespritzt uns Gebete gesprochen. Zeigt sich der Dämon, befiehlt ihm der Exorzist durch Gebete oder frei sprechend zu weichen. (Sollte noch Unklarheit über die Besessenheit bestehen, befiehlt der Exorzist dem Dämonen, Proben für seine Eixstenz zu zeigen bzw er provoziert den Dämon zu Reaktionen, die auf Besessenheit schließen lassen). Dies geht so lange, bis die Krise endet oder der Exorzist eine begründete und sinnvolle Pause einlegt (etwa um sich zu schonen oder Informationen zu aufgekommenen Fragen einzuholen).

Zwischendurch[]

Vor und nach den Riten befragt der Exorzist das Opfer und die Angehörigen, stellt Nachforschungen an und versucht so, Ursache und Art der Besessenheit herauszufinden. So versucht er auch, Rückschlüsse auf Anzahl und Art der Dämonen zu finden. In der Krise wird die Frage nach Anzahl und Name der Dämonen dann verstärkt und direkt an die Dämonen gerichtet.

Wie oft?[]

Ein Exorzismus allein wird i.d.R. nicht ausreichen, um eine Besessenheit zu beenden. So wie eine Therapiestunde ja auch nicht ausreicht, um eine Geisteskrankheit zu heilen, eine Infusion um eine Krankheit zu bekämpfen, usw. Meistens dauert ein Exorzismus Wochen, Monate oder sogar Jahre. In der Zeitspanne werden regelmäßig Exorzismen durchgeführt und der Dämon wird systematisch zermürbt, bis er keinen Widerstand mehr leisten kann und weichen muss.

6.                Die Austreibung[]

Das Ausfahren/Austreiben ist ein eigenes Kapitel wert. Der Dämon wird meist ankündigen, wenn er ausfährt. Der Exorzist sollte nach genauen Angaben von Zeit, Ort und Bedingung fragen. Wenn der Dämon schwach genug ist, dass er weichen muss, wird er wahre Angaben zu diesen Fragen machen. Er wird beispielsweise sagen: „Ich fahre in drei Tagen aus, zur Mittagsstunde. Das Ausfahren wird durch das Krähen eines Hahnes angezeigt.“

Natürlich sind die Angaben nicht immer so genau, genau genommen sogar in den seltensten Fällen. Dennoch ist es wichtig, dass der Exorzist diese Angaben erfragt und den Dämon so zu einem geltenden Versprechen bringt. Hat ein Dämon einmal sein Ausfahren erklärt, wird er es auch tun. Der Exorzist sollte immer ein Zeichen fordern, um sich davon zu überzeugen, dass der Dämon wirklich ausgefahren ist. Das kann eine Manifestation sein, es kann aber auch etwas Subtiles sein.

Bedingungen[]

Manchmal kann ein Dämon eine „Bedingung“ stellen, wobei das Wort mit Vorsicht zu genießen ist. Es ist kein Deal mit dem Teufel gemeint („Ich fahre aus, wenn du mir deine Seele gibst“). Es ist gemeint, dass eine gewisse Voraussetzung zum Ausfahren erfüllt sein muss. Berichtet werden hier das Aufsuchen bestimmter Orte oder das Beten zu bestimmten Heiligen („Nur der heilige Antonius kann mich austreiben“ – Man suchte in diesem Fall das Grab des heiligen Antonius auf und der Dämon fuhr an Ort und Stelle aus).

Langzeitfolgen[]

Das Ausfahren ist noch keine Garantie für den Erfolg. Der Dämon kann (zwar geschwächt) weiterhin am Ort verweilen (z.B. als Umsessenheit; siehe oben) und kann zu einem späteren Zeitpunkt wieder in das Opfer einfahren oder in ein anderes vor Ort. Daher ist es wichtig, den Dämon vollständig zu verbannen und den Ort, sowie die Umstehenden zu reinigen.

Nur so wird sichergestellt, dass der Dämon vollständig verbannt wurde und nicht mehr zurückkehrt. Allerdings sei gesagt, dass im Laufe des Lebens ein anderer oder derselbe Dämon (aus anderen Gründen) zurückkehren und eine erneute Besessenheit versuchen kann (Die ist aber eher selten, da ein Dämon, der einmal vertrieben wurde, aus Feigheit lieber ein leichteres Opfer sucht).

7.                 Zum Schreiben: Klischees, die es zu vermeiden gilt[]

Folgende Klischees sind beim Schreiben rund um Besessenheit zu vermeiden:

·        Rollende Köpfe und Erbensuppe (d.h. Klassische „Filmbesessenheit“)

·        Extreme Übertreibung bei den Kräften und Möglichkeiten des Dämons (aber auch des Exorzisten)

·        Ein Exorzismus, der einfach so (unautorisiert) durchgeführt wird bzw ein Exorzismus, der einfach bewilligt wird, ohne vorherige Untersuchung.

·        Die Besessenheit rührt von „irgendwoher“. Man wird „einfach mal so“ besessen.

·        Typische CP Klischees betreffs Teufel und Dämonen (666, umgedrehte Kreuze, böse Nonnen in Lack und Leder)

·        Umgedrehte Kreuze/Pentagramme: Das umgedrehte Kreuz ist KEIN Symbol für den Teufel. Es ist das Petruskreuz. Petrus wurde gekreuzigt, wollte aber auf dem Kopf gekreuzigt werden, da er nicht denselben Tod wie Jesus sterben wollte. Das umgedrehte Kreuz hat also mit Teufeln nichts zu tun. Das Pentagramm ist ein magisches Schutzzeichen und hat mit dem Teufel ebenfalls nicht zu tun.

Ausnahme: Ein umgedrehtes Pentagramm gilt als Zeichen es Teufels und kann daher Verwendung finden. Allerdings nutzen alle Dämonen individuelle Sigel (im seltensten Fall sind es umgedrehte Pentagramme oder Kreuze)

·        Luzifer/Satan besetzen ein Opfer: Natürlich kommt sowas vor, aber die Wahrscheinlichkeit, dass gerade jetzt, gerade hier, die mächtigsten Teufel der Hölle ein Opfer besetzen, ist eher gering. Dennoch könnte ein Teufel sich als Satan ausgeben, um mächtiger zu wirken. Aber dass es tatsächlich der Leibhaftige ist, dürfte unwahrscheinlich sein.

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